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Interessant, polarisierend und auch streitbar
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Alle meine Rezensionen ansehen (REAL NAME) Rezension bezieht sich auf: Für heute reicht's. Amok in Erfurt (Gebundene Ausgabe) Geipel nutzt zur Darstellung der Geschehnisse um den Amoklauf v. Erfurt wiederkehrend die Perspektive der Studentin Elsa - einer ehemaligen Schülerin des Gutenberg-Gymnasiums. In Bezug auf die Darstellung der bekannten Fakten um die Person Robert Steinhäusers ist Geipels Arbeit detailreich präzise und interessant geschrieben.
Durch die Schilderung der Blickwinkel und Gedankengänge Elsas versucht Geipel einen weitreichende Darstellung der Zusammenhänge. Hierbei holt die Autoren z.T. weit aus. So stellt sie z.B. eine vermeintliche Identitätsproblematik von Bürgerinnen der ehem. DDR in Zusammenhang mit dem Amoklauf vom April 2002. An einigen Stellen schweift der Blick der Autorin (ihrer Figur) so weit, dass dem Leser der Zusammenhang zum eigentlichen Thema nur noch schwer erkennbar scheint (z.B. wenn es um die Rolle ehem. Nationalsozialisten in der DDR geht).
In Bezug auf die Intervention der Polizei, der Behörden u. der Rettungskräfte unmittelbar nach dem Massaker übt Autorin scharfe Kritik. Diese kann sie zwar durch ihre Schilderung der Ereignisse untermauern, allerdings ermangelt das Buch hier an vielen Stellen der Nennung von Informationsquellen, welche als Belegt der Thesen der Autorin dienen könnnten. Weiter finden mögliche Argumente der Beschuldigten, welche die Situation ggf. erklären könnten nicht bzw. nur in verkürzter Form Darstellung. So belieben die Kritikpunkte der Autorin hier für den Leser wenig nachprüfbar.
Die Autorin legt im Verlauf des Buches stark verurteilende Schilderungen in Bezug auf das Verhalten der Politik, und der verschiedenen Behörden nach dem Amoklauf an den Tag. Diese reichen so weit, dass die erzählende Figur diesen die Absicht unterstellt, die vermeintlichen Fehler des Polizeieinsatzes am 26.04. verbergen zu wollen. Das Buch wirkt hier in Bezug auch Sprache und Erzählweise stark polarisierend.
In Bezug auf die Nutzung moderner Unterhaltungsmedien herrscht eine wiederholt negative bewertende Darstellung vor, bei welcher z.T. unklar ist, ob hier die Autorin oder Ihre erzählende Figur spricht.
Was die Darstellung der Computerspiele betrifft, die Steinhäuser gespielt habe kommt es zu wiederholt fehlerhaften Darstellungen durch die Autorin. Z.B. ist die Rede davon, dass der Spieler im Spiel CounterStrike Passanten und Schulmädchen töten könne. Wer mit dem Spiel vertraut ist weis jedoch, dass in diesem weder das eine noch das andere existieren.
Zusammenfassend kann man sagen, dass das Buch eine interessante Lektüre für denjenigen darstellt, welcher sich für eine weitläufigerer Betrachtung und Einordnung des Massakers interessiert. Das Buch wird zurecht vielfach als mutig bezeichnet u. es bietet in vielen Bereichen sicher Anstöße für berechtigte Überlegungen und Diskussionen. Wer sich jedoch vornehmlich für unmittelbare Beschreibungen des Tatherganges am 26.04.2002 und der damit in Zusammenhang stehenden Personen und Gegebenheiten interessiert wird möglicherweise mit weiten Teilen des Buches nicht viel anfangen können.
Ob das Buch deshalb die richtige Wahl ist erscheint also abhängig von den vorherrschenden Interessen des Lesers.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 2. April 2007 | | | | | | | |
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| Siehe auch folgende Artikel: |
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| | | Kurzschluss: Der Amoklauf von Erfurt und die Zeit... Amok im Kopf: Warum Schüler töten Ich knall euch ab! Winnenden: Ein Amoklauf und seine Folgen Der Riss in der Tafel: Amoklauf und schwere... Und dann Totenstille: Klassenbester. Basketball...
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